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Frei, Frau und Feiertag

Lesungen sind ja so eine Sache: Bist du müde, hörst du nicht wirklich zu, kommst aber vielleicht mal zum Nachdenken über andere, im Idealfall wichtige Dinge. Oder du hörst zu (weil nicht müde) und kommst zum Nachdenken über gesagte, wichtige Dinge. So auch bei meiner ersten Schönen Lesung von radioeins. Sie nennt sich so und hat den Namen sicher auch verdient, denn allein der große Sendesaal des rbb ist wirklich schön.

Radio1-Lesung
Autorin Hanya Yanagihara und Literaturagent Thomas Böhm

Wer hier liest, muss nicht zwangsläufig schön sein, gestern passte es aber ganz gut mit dem Hinschauen nebst Hinhören, denn Mark Waschke las vor und der sieht eigentlich in jedem seiner Filme, allen voran der Berliner Tatort, gut aus. Aber um ihn ging es natürlich nicht, sondern um das erste Buch der einmalig anwesenden Autorin Hanya Yanagihara, „Das Volk der Bäume“ von 2013. Dass sie nicht aus ihrem zweiten Roman, dem Bestseller „Ein wenig Leben“ las, sondern aus einem Buch, das bereits vor sechs Jahren veröffentlicht wurde, mag seltsam anmuten. Wenn man dann aber erfährt, dass sie 18 Jahre an ihm geschrieben hat, erscheint einem der Termin fast schon „zeitnah“. Und der Inhalt passt auch erstaunlich gut zum aktuellen  Weltgeschehen.

In „Das Volk der Bäume“ geht um einen Arzt, der auf einer Insel glaubt,  ein Mittel gegen die Sterblichkeit gefunden zu haben. Damit erhebt er sich an die Spitze der Wissenschaft, leitet aber auch die Kolonisierung und Zerstörung der Insel ein. Der Roman basiert auf einem realen Fall: dem Missbrauchsskandal um den US-amerikanischen Virologen und Nobelpreisträger Daniel Carleton Gajdusek. Yanagihara stellte in ihrer Kommentierung selbst einen Bezug zu den Missbrauchsvorwürfen gegenüber Woody Allen & Co her, den der Moderator,  radioeins-„Literaturagent“ Thomas Böhm, wortgewandt hinterfragte. Überhaupt war die gesamte Lesung lobenswert, weil kurzweilig und bisweilen sogar amüsant. Hanya Yanagihara ist definitiv eine beeindruckende und humorvolle Frau. Mir gefiel die Tatsache, sie am internationalen Frauentag, der in Berlin gerade zum Feiertag auserkoren wurde, kennenzulernen. Frei hatte ich nicht wirklich, denn ich führte vorab noch ein Interview mit einer Leichtathletin für den Tagesspiegel, aber hey, es war eine Frau, und insofern….

Ich ließ es mir dann auch nicht nehmen, Mark Waschke besonders lange zu applaudieren, denn er las wunderbar flüssig und stimmig Passagen aus der deutschen Fassung des Buches vor und vermittelte mit seiner Lesebrille einen völlig neuen Eindruck. Ich musste lächelnd an mein dpa-Gespräch mit ihm auf der Berlinale denken, wo er mir von seinem Gott mit den zwei Geschlechtern erzählt hatte – einem „mit Schwanz und Titten“. Was für ein herrlicher Zufall, dass Yanagihara in dem Moment ebenfalls einen Satz sagte, in dem Gott vorkam, und der mich abschließend noch in die Berliner Nacht begleitete: Das Schreiben habe ihr ein gottgleiches Gefühl gegeben. Hatte das jemals eine Autorin so offen von sich behauptet? Zumindest habe ich davon nichts mitbekommen. Von einem Autoren wie Bild-Kolumnist Franz-Josef Wagner indes lese ich Sätze wie diese dagegen gefühlt täglich…

Nun denn, das Resümee meines ersten freien Frauentages in Berlin sei kurz zusammengefasst: Frei, Frau und Feiertag sind Begriffe, die wunderbar zusammenpassen. Aber wirklich neu ist das in Berlin nun auch wieder nicht. Allein die Tatsache, dass die Hauptstadt mit der Anzahl ihrer Feiertage anderen Bundesländern hinterherhinkt, ist das entscheidende Argument, das ich natürlich noch gebührend gefeiert habe…

Blog, barock und bunt

So, der Blog-Probemonat ist rum – und ich verlängere. Macht auch Sinn, denn nach einem kurzweiligen Februar, in dem noch Interviews mit Inka Bause, Jürgen Drews, Ben Becker sowie die Album-Präsentation von Schiller anstanden, startete der März farbenfroh und inspirierend mit einem Pressegespräch der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Die frische Moderation von Generaldirektorin Marion Ackermann sowie das flotte Begrüßen durch Albertinum-Chefin Hilke Wagner waren alles andere als barock und die grelle Sockel-Gestaltung in der Eingangshalle durch die kanadische Künstlerin Judy Radul ein absoluter Eyecatcher.

Judy Radul im  Albertinum  „Demonstrationsräume“  könnte man in Dresden ja auch falsch verstehen, aber so ist es doch perfekt. Zumal die Arbeiten des modernen Interventionsprojektes an die Ideen El Lissitzkys anknüpfen, dessen abstrakte Kunst parallel in den „Zukunftsräumen“ ein Stockwerk höher zu sehen ist. Neben Lissitzkys nachgebautem Ausstellungsraum von 1926 und seinen Werken werden hier auch bekannte Arbeiten von Kandinsky und Mondrian gezeigt:Albertinum: MondrianUnd ich muss festhalten: Die Ausstellung zur abstrakt-konstruktiven Avantgarde in Dresden von 1919 bis 1932 besticht nicht nur durch Farben und Formen, sondern auch durch allerhand Wissenswertes. Dass meine Heimatstadt Barockkunst UND Bauhaus vereint, wusste ich zum Beispiel nicht. Man lernt eben nie aus und auf Pressekonferenzen manchmal sogar dazu…

Am Abend ging es dann zur „Kollektiv“-Präsentation der Modedesign-Studenten der Fachhochschule Dresden. Nadja Herklotz, Laura Schmidt und Miriam Goerdt waren während ihres Studiums augenscheinlich vor allem eines gewesen: produktiv und kreativ. Vor 400 Gästen ließen sie im Kraftwerk Mitte ihre Models über mehrere Etagen laufen und zeigten selbst Fashion Week-verwöhnten Berlinerinnen wie mir etwas Neues mit dem, was Mode auch kann. Zum Beispiel Menschenhaare verwerten. Einmal genauer hinschauen bitte:

Model Nastasia

Model Nastasia trägt auf dem Kopf Haare, klar, aber auch einen Mantel gefüttert mit dem wertvollem Gut. Und jetzt mal raten, von wem wohl…

Nadja Herklotz mit Freund Lukas

Nadja und ihr Freund Lukas aus Berlin legten die Schlussfolgerung nahe. Die junge Designerin gab auch gern zu, dass ihre Haare im Mantel zu finden sind. Aber eben nicht nur: Sie habe zusätzlich beim Friseur und unter den Studenten gesammelt. Ihr Argument für nachhaltige Mode ist einleuchtend: Haar eignet sich wunderbar zur Wärmedämmung. Tut Lack aber auch. Deshalb gefiel mir die futuristische Sport-Kollektion „Mutare“ von Gisa Bigl dann ein klein wenig besser:

Gisa Bigl:Mutare

Wahrscheinlich einer meiner Neon-Flashs, die ich gern mal habe, aber warum auch nicht bei all dem Grau draußen. Dem setzten die Designer allerlei entgegen, zum Beispiel ein adrettes Männermodel im Slip mit Fliege und High Heels. Eingekleidet vom einzigen Mann unter den Studenten, aber das nur nebenbei. Insgesamt war es eine beeindruckende und gelungene Schau ambitionierter Designer, die mit ihrem Kollektiv-Gedanken das folgende Event einen Tag später wunderbar einleiteten:

Martin Grubinger

Martin Grubinger performte am 2. März mit den Berliner Philharmonikern und zeigte vor ausverkauftem Publikum im Großen Saal, dass er einer der besten Perkussionisten weltweit ist. Da ich selbst Schlagzeug spiele, war ich natürlich doppelt gespannt auf den 35-jährigen Drummer aus Österreich. Laut einem Tagesspiegel-Interview besitzt er daheim mehr als 700 (!) Schlaginstrumente und einen eigenen Fußballplatz, verbrennt bei Konzerten 2000 Kalorien und hat einen höheren körperlichen Verschleiß als ein Profifußballer! Das wundert mich allerdings nicht. In der Konzert-Einführung erfuhr ich, dass es Grubinger auf 1000 Schläge pro Minute bringt – ein absoluter Wahnsinn. Das Konzert war dann fast noch mehr. Unter der Leitung von Dirigent Zubin Mehta trommelte sich der Drummer regelrecht in Ekstase, was Teil des amerikanischen „Marching Drummings“ ist. Die Stücke hatte etwas Zirzensisches (das musste ich allerdings nachlesen, denn für die Verrenkungen und Ausrufe des Künstlers hatte ich keinen Begriff parat). Vielleicht sollte ich das auch mal ausprobieren: Trommeln und Schreien. Es wirkte befreiend und animalisch und so ganz anders als man es bei einem klassischen Konzert erwartet.

Grubinger ging voll aus sich heraus und hatte dabei die Unterstützung von einem grandiosen Orchester, das vor der Pause selbst mit einem kollektiven Schrei überraschte. Ich kann schwer beschreiben, wie sich das alles anfühlte, es war auf alle Fälle ein Erlebnis für alle Sinne. Grubinger verließ unter Ovationen den Saal, der zweite Teil des Konzerts gehörte nun ganz den Berliner Philharmonikern. Und die glänzten weiter mit Nikolaj Rimsky-Korsakows Symphonischer Suite Schehezerade, in der verschiedene Episoden und Bilder aus Tausendundeiner Nacht in Musik gefasst wurden. Ja, ich bin beseelt aus dem Saal und kann nur schreiben, dass ich glücklich und dankbar bin, selbst ein Instrument zu spielen. Mit Geige, Flöte und Klavier kam ich trotz der Hoffnungen meiner Eltern ja nicht weit, mit dem Schlagzeug bin ich zumindest höchst motiviert.

Aber ehe ich mich heute meinem Hobby widme, möchte ich noch einen Schwenk zu meiner Heimatstadt finden, in der Grubinger Ende März mit den Dresdner Philharmonikern auftritt, und ganz unbescheiden auf den Tagesspiegel von heute verweisen, in dem sich mein Interview mit Schauspieler Axel Milberg finden lässt:

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/tatort-schauspieler-axel-milberg-ich-bin-gerne-treu-aber-nicht-als-konsument/24058598.html

Ich hatte ihn auf der Berlinale getroffen, wo er mir mit seinem ganz eigenen spitzbübigen Lächeln von seinen „wilden Daumen“ erzählte, mit denen er nachts im Bett neben seiner Frau den Roman „Düsternbrook“ tippte, der im Mai erscheint. Milberg ist für mich ein grandioser Schauspieler, der eine leise, humorvolle Art hat, die in Kommissar Borowski, seiner Kieler Tatort-Figur, wiederzufinden ist. Oder andersherum. Vielleicht täusche ich mich auch, schließlich kenne ich den Schauspieler nur beruflich, nichtsdestotrotz ist es immer eine Freude, mit ihm zu sprechen. Und der Tatort heute Abend – „Borowski und das Glück der anderen“ – ist auf jeden Fall empfehlenswert.

Ich empfehle mich an dieser Stelle und freue mich auf die kommende Woche mit einem neuen Berliner Feiertag: dem 8. März. Klar, dass ich den freigeschaufelten Frauentag zelebrieren werde. Wie, wird sich/ werde ich zeigen…

 

Berlin(fin)ale

Es ist vorbei. Aus. Ende. Dieter ist weg und die Stadt um einen Bären ärmer. Ist aber nur der Berlinale-Bär und Dieter Kosslick wird sich natürlich weiter ums Kino kümmern. Ich für meinen Teil mache mir keine Sorgen, dass die 70. Berlinale im nächsten Jahr weniger zu bieten hat als die diesjährige. Wobei ich längst nicht mehr den Drang verspüre, überall dabei sein zu müssen. Nach einem beispielhaften 24-Stunden-Tag mit drei Berlinale-Partys, die ich für die dpa besuchte, war klar, dass zumindest inhaltlich vielleicht auch eine gereicht hätte. Am Ende sieht man die Promis beim Partyhopping innerhalb eines Tages immer wieder… Wobei die Berlinale-Atmosphäre schon eine Besondere ist und  sich mehr erfahren lässt als bei normalen Premieren. Und auch die Filme bekommen eine besondere, internationale Aura. Mir ist vor allem das Drama „Skin“ des israelischen Regisseurs Guy Nattiv hängengeblieben mit einem fantastischen Jamie Bell in der Hauptrolle.

Picture Skin

Er spielt einen Rechten, der sich vom glühenden Anhänger der amerikanischen White-Supremacy-Ideologie zum verzweifelten Aussteiger entwickelt. Gezeichnet von Hass und unzähligen Tattoos verprügelt er jeden, der ihm in die Quere kommt, wird aber durch die Liebe zu einer dreifachen Mutter, einer Szene-Aussteigerin, bekehrt und will nun ebenfalls raus aus dem braunen Sumpf der Gewalt.  Ich fühlte mich an „Die Kriegerin“, „Imperium“ und „American History X“ erinnert und muss festhalten: Alle Hauptdarsteller (Alina Levshin, Daniel Radcliff und Edward Norton) spielen top, aber Jamie und Alina wirken am authentischsten. Wer also noch einen Filmtipp benötigt und aktuell nicht daran denkt, sich (wie Jamie) alle Tattoos (falls vorhanden) entfernen zu lassen: Go!

Laufen oder Rennen war dann auch für mich während der Berlinale ein Thema, allerdings war das Ziel nicht ein Kino, sondern die Adidas RunBase an der Spree. Marathonprofi Philipp Pflieger bereitete sich hier mit motivierten Läufern auf den kommenden Berliner Halbmarathon von Generali am 7. April vor – und ich war als Redakteurin für das Vision Gold Runners-Magazin von Welt dabei. Logo, dass ich den Lauf begleiten wollte, auch wenn die Interviews davor und danach zu führen waren. Am Ende war der Kompromiss – mein Fahrrad – wohl die richtige Entscheidung, und mein Impuls, mich noch um einen Startplatz zu bewerben, auch nur ein kurzer. Wobei Philipp wirklich gute Argumente lieferte mit seinem motivierenden Training:

Philipp Pflieger
Philipp Pflieger Februar 2019

Am ersten frühlingshaften Wochenende an der frischen Luft statt in einem dunklen Kino zu arbeiten ist natürlich doppelt schön. Und ich bin tatsächlich danach lockere zehn Kilometer durch Berlin gelaufen und hätte sicher auch die 21 bzw. 42 Kilometer geschafft 🙂 Aber die nächsten Termine standen und stehen an, weshalb ich hier auch ende und festhalte: So eine cineastische Sportwoche ist ganz nach meinem Geschmack.

Chapeau, Tim Lobinger!

Dass ich dem Sport sehr zugetan bin, ist klar, und dass ich deshalb gern über Sportler schreibe, auch. Eine Begegnung hat mich jedoch so nachhaltig bewegt, dass ich inzwischen differenzierter über den Leistungssport und den Umgang mit dem eigenen Körper nachdenke. Anlass war mein Interview mit Ex-Stabhochspringer Tim Lobinger im Mai 2018 anlässlich seines Buches „Verlieren ist keine Option“. In einer Art Tagebuch beschreibt der 46-Jährige seinen Kampf gegen den Blutkrebs so erschütternd, dass ich beim Lesen oft abbrechen und mich aufbauende(re)n Dingen widmen musste.  Nach unserem Gespräch war ich schwer beeindruckt von Tims (Über)Lebenswillen und seiner Art, sich von der Krankheit nicht unterkriegen zu lassen:

https://www.leichtathletik.de/news/news/detail/tim-lobinger-ich-bin-und-bleibe-leistungssportler/

Als ich ihn dann Anfang Januar 2019 zum Interview mit meinem werten Playboy-Kollegen Philipp Nowotny in München traf, verfestigte sich mein Eindruck nochmals. Tim ist ein „Stehaufmann“ (von Männchen zu schreiben wäre eine Beleidigung), wie ich ihn noch nie getroffen habe. Er wuppt sein Leben mit einer Disziplin und einem Humor, dass man glauben könnte, er habe nie am Gewinnen (und Überleben) gezweifelt. Hat er aber:

https://www.playboy.de/stars/sport/tim-lobinger-ich-blende-komplett-aus-nur-einen-zeitraum-x-zu-haben

Und auch wenn ich nicht ständig Interviewbilder posten will, muss dieses, auf dem er so sympathisch lächelt, dann doch noch sein:

Tim Lobinger
Mit Tim Lobinger beim Playboy-Interview im Januar 2019 in München

Ich wünsche ihm von Herzen, dass er gesund bleibt (bzw. gänzlich wird) und dass seine Träume mit der Familie allesamt in Erfüllung gehen.

Von großen und kleinen Sprüngen

Nach dem Interview mit Kati Witt und meiner Lust auf mehr (Sport) kam das ISTAF Indoor am 1. Februar in der Mercedes Benz-Arena genau richtig. Die sechste Hallen-Ausgabe war meine dritte und es hat sich auch dieses Mal wieder gelohnt, kurz ums Eck zu radeln. Für den Tagesspiegel hatte ich vorab einen Artikel über Diskuswerferin Shanice Kraft verfasst

https://www.tagesspiegel.de/sport/istaf-indoor-in-berlin-shanice-craft-will-christoph-harting-schlagen/23934858.html

und freute mich nun auf das neue Frauen-Männer-Duell in der Wurfdisziplin. Dass das holde Geschlecht gewinnen würde, war mir natürlich bereits im Vorfeld klar. Dass Nadine Müller dann auch noch die Hallenbestweite von 63,89 Metern hinlegte, war umso grandioser. Von den 5000 Euro Siegprämie will sie ihren Hausbau vorantreiben – was Frauen mit Belohnungsscheinchen eben so machen… Die Männer nahmen es mit Fassung, allen voran Christoph Harting. Sein Psychologiestudium zeigt Wirkung und ich bin ehrlich beeindruckt von seiner lockeren Sicht auf die Dinge.  Er hatte auch eben erst durch die Medien erfahren, dass sein Bruder Robert im Sommer Vater von Zwillingen wird – und nahm es gelassen.

Ein wirklich großer Sprung gelang Malaika Mihambo mit ihren 6,99 Metern im Weitsprung. Ihre Bestleistung in der Halle und draußen sind für mich kaum zu glauben. Letzten Sommer hatte ich mich selbst mal wieder zu einem (privaten) Sandkasten-Contest herausgefordert, aber ich kam noch nicht einmal an meine Jugendweiten heran. Vom großen Sprung bzw. einer Zweitkarriere als Leichtathletin kann ich also nicht mehr träumen. Nichtsdestotrotz macht es Spaß, mit erfolgreichen Aktiven über das Erreichte zu plaudern. Und schön, wenn es dann auch eine Plattform findet wie auf der Homepage des DLV:

https://www.leichtathletik.de/news/news/detail/malaika-mihambo-mich-treibt-an-zu-sehen-wie-weit-ich-springen-kann/

Jetzt freue ich mich auf die baldige Hallenmeisterschaft in Leipzig und natürlich auf die Deutsche Meisterschaft im August in Berlin. Vielleicht werden wieder Sommermärchen wahr und ich kann berichten.

Bloggen oder nicht?

… Das ist jetzt doch die Frage. Bisher war die Antwort für mich klar und ich will gar nicht um den heißen Brei herumschreiben: Ich bin kein Fan davon. Klar, ich nutze Social Media täglich und nicht nur beruflich. Allerdings vertrete ich auch die Meinung, dass meine hauptsächliche Arbeit in den Medien stattfinden sollte, für die ich arbeite (und die mich dafür auch entlohnen). Bloggen kostet Zeit und die nutze ich gern effektiv. Andererseits findet Kommunikation nun mal fortschreitend in den Sozialen Medien statt. Tu ich´s also? Ich denke ja. Der Februar ist sowieso der neue Januar, und da ich keine wirklichen Vorsätze ins Neue Jahr mitgenommen habe… So ein Probemonat kann nicht schaden, ist ja der kürzeste. Außerdem bin ich stolz auf das zurückliegende Jahr, in dem ich viel erreicht habe. Ein bisschen Teilhabe an meinem (medialen ) Leben ist erlaubt und auch erwünscht.

Da ich jetzt aber nicht zurückblicken will, sondern eher nach vorn, starte ich mit einem Erfolgserlebnis von Ende Januar, das mir unheimlich Spaß machte und Lust auf mehr…

Am 25. Januar traf ich auf der Alten Eisbahn in Berlin-Lankwitz Eislauf-Star Katarina Witt zum Interview, um mit ihr über die laufende Eiskunstlauf-EM in Minsk, aber auch ihre Arbeit als Schirmherrin des Kick on Ice-Projekts der Laureus Sport For Good Foundation zu sprechen. Die Wahl-Berlinerin war unheimlich locker und sprach mit einer unglaublichen Leidenschaft von ihrer Arbeit mit Kindern, dass die 45 Minuten Gespräch viel zu schnell vergingen. Aber es sollte ja um das Eishockey-Spiel der stattfindenden Girls Night gehen und die Kids hatten definitiv die besseren Argumente… Warum Kati nicht selbst auf Kufen stehen wollte, lest ihr in meinem Interview, das es im Tagesspiegel dann am 28. Januar sogar auf die Seite 1 schaffte:

https://www.tagesspiegel.de/sport/eiskunstlauf-idol-katarina-witt-unser-sportsystem-formt-keine-weltklasse/23920250.html

Nach dem Interview gab es noch ein schönes Bild mit dem umgänglichen Star, den ich als gebürtige Sächsin und Hobby-Schlittschuhläuferin natürlich auch verehre:

Interview mit Kati Witt im Januar 2019
Mit Katarina Witt beim Interview zum Kick on Ice-Event der Laureus Sport for Good Foundation auf der Alten Eisbahn Lankwitz

Da war noch was: das Strandinterview

Nachdem der Sommer nachweislich auch in Berlin Einzug gehalten hat, will ich meinen ersten Blogeintrag endlich mal aktualisieren. Das Thema Strandinterview habe ich inzwischen gezielt und erfolgreich angegangen, allerdings waren dafür ganze zwei Anläufe nötig. Nach einem sehr sympathischen Gespräch mit Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg von „Glasperlenspiel“ wollte ich deren Open Air-Konzert am Strand von Grömitz live erleben und hätte mein Interview einfach hier zum S(tr)andfoto dazu gestellt. Ging allerdings nicht: Das Konzert wurde aus technischen Gründen abgesagt. Es bleibt an dieser Stelle also nur der Verweis auf meinen Artikel in der aktuellen Sommerausgabe des Schall-Musikmagazins:

Da ich unbedingt mein Strandinterview wollte, bin ich kurzerhand nach Los Angeles geflogen. Na gut, nicht ganz, ich war eh da, aber praktischerweise Thure Riefenstein auch. Den smarten Schauspieler kenne ich schon länger und so trafen wir uns an seinem zweiten Wohnsitz auf einen Plausch. Das Interview über seine spannenden neuen Projekte reiche ich nach, an dieser Stelle aber zumindest das „Beweisbild“:

Interview mit Thure Riefenstein
Es geht also doch: Strandinterview am Venice Beach Los Angeles im Juni 2018 mit Thure Riefenstein

Danach ging es – inhaltlich passend – gleich zum 2. TV Series Filmfestival in Berlin, wo mich „The Walking Dead“-Star David Morrissey ebenfalls sehr smart zum Interview begrüßte.

Interviewfoto mit David Morrissey
Der britische Serien-Star David Morrissey mit meiner Wenigkeit

Die abendliche Europapremiere  von „The City & The City“ im Babylon Berlin kam mit ihren sommerlichen Temperaturen einem Strandgefühl nur ansatzweise nahe, aber ich möchte mich nicht beschweren. Arbeit, die Spaß macht, ist doch die Beste. Und weiter geht´s…

Ring frei zur nächsten Runde

Im Ring mit Arthur und Ulli
Trainingscheck bei Arthur Abraham und Ulli Wegner im Boxcamp Berlin am 13. April 2018

Nur wenige Jahre später (elf, um genau zu sein) hatte ich wieder die Ehre, Arthur und Ulli gemeinsam für ein Interview zu treffen. Diesmal im Boxcamp des Sauerlandstalls in Berlin, wo sich beide auf den Kampf am 28. April 2018 in Offenburg vorbereiteten. Den hat Arthur am Ende gewonnen. Wie es vorher bei ihm und seinem Kult-Trainer aussah und was ich im Ring alles erfahren habe, lest ihr in meinem am 26. April in der SUPERillu erschienenen Artikel:

https://www.superillu.de/ulli-wegners-letzte-runde-mit-arthuer-abraham

Wie es weitergeht bei den zwei Box-Champions, werde ich berichten. Vielleicht auch in den nächsten Monaten statt Jahren. Ich denke da an ein Sommerinterview am Strand… Noch bin ich aber mit so vielem anderen beruflich beschäftigt, dass mein Blog wohl etwas warten muss.

Erster Blogbeitrag

Ja, so könnte er aussehen:

Fotoshooting mit Boxking Arthur Abraham
Voller Einsatz am Zinnowitzer Strand 2007

Ich am Strand bei einem Fotoshooting mit einem Sportler (hier Arthur Abraham), der Großes vorhat und es kurz darauf beweisen muss…

Auch wenn ich nach wie vor privat und beruflich viele bekannte Sportler treffe, kann ich von einem Sommer-Interview am Meer aktuell allerdings erst einmal nur träumen. Die Arbeit in Berlin geht vor. Ich entschuldige mich an dieser Stelle mit einem Verweis auf den neuen Flughafen. Der ist ja auch noch nicht fertig…